Die Berliner Mauer hat inzwischen einen unvergleichlichen künstlerischen, historischen und politischen Aufmerksamkeitswert erreicht – weltweit. Die Bilder der ekstatischen Novemberrevolution sind heute globale Ikonen, der Mauerfall ein bewegendes Symbol, das jeden berührt. Millionen Touristen suchen Jahr für Jahr die wenigen auratischen Reste auf. Doch Berlin bietet bisher kaum Möglichkeiten einer aktiven Teilhabe.
Hieran knüpft das Projekt „Write the Wall” 20 Jahre nach dem Mauerfall an.
Write the Wall ist eine künstlerisch-dokumentarische und multimediale Installation zum Thema „Berliner Mauer” im öffentlichen Raum. Vor Ort in Berlin und weltweit im Netz, nimmt das Vorhaben künstlerisch und inhaltlich, technisch und konzeptionell eine Vorreiterrolle im kreativen Umgang mit der Berliner Mauer ein, jedoch stets mit historischem Feingefühl. Es füllt mit seinem künstlerischen Schwerpunkt, der Einbeziehung neuer Medien und einer jungen internationalen Zielgruppe eine Lücke im bisherigen „Gedenkkonzept Berliner Mauer”. Es ist in das offizielle Programm zum Mauerfall 2009 eingebettet. Das Konzept überwindet öffentlichkeitswirksam klassische Gedenk- und Ausstellungskonzepte, indem es das Publikum beteiligt, Erleben und Gedenken, Bildung und Ästhetik, Wissen und „soziale Plastik” verbindet.
WTWinfo (PDF) Mitmachen (PDF) Unterstützen (PDF) PM1 (ZIP)
Die Installation im öffentlichen Raum besteht aus drei verschränkten Teilen:
1. Einer Mauer, bestehend aus 20 Mauersegmenten,Wie im geteilten Berlin steht es Künstlern und Besuchern frei, die „Westseite” des Betons zu gestalten, während die andere Seite erzwungen unberührt bleibt. Mehrere Kameras fotografieren in festen Intervallen die entstehende „West Side Gallery”, so dass Momente des Besuchs oder der Gestaltung fortlaufend festgehalten und archiviert werden. über die Interface-Oberfläche haben Besucher und Nutzer in aller Welt Zugriff auf die kameragestützte Dokumentation und können Aufnahmen aus der gesamten Projektlaufzeit minutengenau abrufen, speichern, per Email verschicken oder ausdrucken. Gleichzeitig entsteht ein Zeitraffer-Video, das sich aus allen Einzelbildern zusammensetzt und die gesamte dynamische Entwicklung der Installation dokumentiert.
Die Installation bleibt dabei nicht allein dem freien und spontanen Gestalten überlassen. In kuratierten und geförderten Abschnitten realisieren zahlreiche international renommierte Künstler ihre Projektideen. Die Installation sichert dabei nicht nur die Dokumentation und Sichtbarkeit sämtlicher Werke, sondern erlaubt auch eine Erweiterung klassischer künstlerischer Ausdrucksformen: Neben der Gestaltung mit Farbe und Pinsel, Sprühdose oder Plakat werden auch Live-Stop-Motion-Animationen, Projektionen, Installationen oder Performances möglich.
Standort Heidestraße
Standort der Installation wird das neue Berliner Kunstquartier an der Heidestraße sein. Eine Brachfläche, die direkt an die ehemalige innerdeutsche Grenze anschließt, bietet dem Projekt ein ideales Umfeld, um frei arbeiten und auch künstlerisch
anspruchsvolle Konzepte realisieren zu können. Der Ort ist bequem vom Berliner Hauptbahnhof aus zu erreichen: Er liegt im Zentrum Berlins, unmittelbar hinter dem Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart.
Die Installation liegt dem historisch und im Gedenkkontext bedeutenden „Kieler Eck” gegenüber und ist keine zwei Kilometer von der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße entfernt. Vor Ort verfügen wir mit dem Tape-Club als Kooperationspartner über eine breite Infrastruktur für Veranstaltungen und werden auch über die ansässigen Galerien Künstler und Besucher gewinnen.
> Google Maps
Der einstige Senatsreservespeicher
Write the Wall nutzt die erste Etage des Senatsreservenspeichers in Berlin Kreuzberg als Informations- und Ausstellungsort. Begleitend zur Installation im Außenraum wird hier ein breites Rahmenprogramm mit Hintergrundinformationen und Ausstellungen angeboten. Der lebendige und urbane Kiez mit Mauerbezug bietet ein ideales Umfeld für das Programm.
In dem Gebäude, das eng mit der Teilungsgeschichte Berlins und dem lebendigen Wrangelkiez verknüpft ist, werden Ausstellungen und Präsentationen ermöglicht, Geschichten und Material zum Kiez gesammelt sowie Vorträge, Talks, Lesungen, Zeitzeugengespräche und Filmabende stattfinden. Außerhalb des Speichers werden Workshops und Kiezspaziergänge angeboten. > Google Maps